Thema A 14 - Nordverlängerung

 

Kein verkehrlicher Bedarf!

 

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(Karte: BUND e.V., Stephan Günthner)

 

 

Die vorhandenen und parallel zur geplanten A 14 verlaufenden Bundesstraßen sind nicht ausgelastet. Die Verkehrsbelastung der B 189 liegt bei weniger als 12.000 Kfz pro Tag und stellenweise bei nur 7.500 Kfz. Die B 5 hat noch niedrigere Werte und auf der B 106 verkehren täglich nur 8.600 Kfz. Solche Verkehrsmengen können mit Bundesstraßen gut abgewickelt werden (Richtwert für Bundesstraße: 16.000 bis 24.000 Kfz/pro Tag). In den Raumordnungsunterlagen für Brandenburg stellen die Straßenplaner selbst fest: „Die Notwendigkeit der A 14 ist nicht durch hohe Verkehrsmengen und überlastete Straßenabschnitte, sondern durch die schlechte Erreichbarkeit … begründet“ (Erl.bericht S. 12). Altmark und Prignitz sind jedoch weder „schlecht erreichbar“ noch „unerschlossen“. Die Bundesstraßen B 5, B 106 und B 189 sind teils mit Ortsumfahrungen ausgestattet und stellen eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung dar. Sie können bei Bedarf abschnittsweise ausgebaut werden.

 

 

Keine seriöse Finanzierung!

Der Autobahnbau ist teuer und erzwingt höhere Schulden. Nach der aktuellen Finanzplanung stehen für Verkehrsinvestitionen in den kommenden drei Jahren rund 8 Milliarden Euro weniger zur Verfügung als ursprünglich vorgesehen. Nach Berechnungen des BUND wächst diese Finanzlücke bis 2015 auf etwa 20 Milliarden Euro. Der Autobahnbau verstößt gegen die Grundsätze Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, da eine sinnvolle und günstigere Alternative besteht.

 

 

Wertvolle Naturräume werden zerstört!

 

Gefährdet:

 

14 NATURA 2000-Gebiete

12 FFH-Vorschlagsgebiete

2 EU-Vogelschutzgebiete

 

Die ökologische Problematik der A 14 ist durch Bundesregierung und Bundestag anerkannt. Sie haben einen besonderen naturschutzfachlichen Planungsauftrag erteilt. Das Projekt darf FFH-Gebiete nicht beeinträchtigen und die Behörden müssen untersuchen, ob Alternativen wie der Ausbau des vorhandenen Straßennetzes verwirklicht werden können.

Der naturschutzfachliche Planungsauftrag wurde bisher aber nicht abgearbeitet. Auch die jüngsten Trassenvarianten beeinträchtigen FFH-Gebiete. Alternativen zum Autobahnneubau wurden nicht ernsthaft geprüft. Zudem werden Ergebnisse der Gutachter ignoriert, nach denen Schäden an den Natura-2000-Biotopen nur durch Verzicht auf die A 14 vermeidbar sind.

 

Gefahr für wachsenden Tourismus!

 

Entlang der Elbe wächst die Bedeutung des „sanften Tourismus“. Die Zahl der Fahrradtouristen nimmt Jahr für Jahr zu. Die Autobahn zerschneidet und verschandelt die Landschaft und macht die Region für Erholungssuchende unattraktiv. Der ständige Verkehrsfluss auf der Autobahn verursacht auch in der Nacht Lärmbelastungen. So zerstört sie Grundlagen bereits existierender und Chancen auf zukünftige Arbeitsplätze.

 

 

A 14 schadet der Region!

 

Die Autobahn nützt allein dem Transit zwischen den großen Wirtschaftszentren, nicht dem dazwischen liegenden ländlichen Raum.

Zahlreiche Studien, wie zuletzt von Prof. Dr. Matthias Gather (Fachhochschule Erfurt) und von der „Aufbau Ost“-Kommission (unter Leitung von Klaus von Dohnanyi) belegen, dass Straßenbau heute nicht mehr zu Wirtschaftswachstum führt. Die verkehrliche Anbindung ist nur ein Standortfaktor unter vielen. Lohnkosten, Steuersätze, Bildung, Bevölkerungsentwicklung und innovative Millieus bestimmen die Wirtschaftsentwicklung stärker.

Durch die bessere Erschließung steigt der Konkurrenzdruck, wovon große Wirtschaftszentren profitieren. Unternehmen wandern ab oder müssen schließen. In Thüringen sank die Zahl der Arbeitsplätze in den Landkreisen nahe der Autobahnen stärker als in autobahnfernen Regionen. Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Puls resümiert: „Mit dem Bau einer neuen Autobahn wird das große Wirtschaftswunder nicht stattfinden“.

Die A 14 kann die bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme nicht lindern. Erfahrungen in vergleichbaren Regionen zeigen, dass Autobahnen hohe Arbeitslosigkeit nicht senken. So führen die A 20 in Mecklenburg-Vorpommern und die A 24 zwischen Hamburg und Berlin durch die Gebiete mit den schlimmsten Entwicklungsproblemen in Deutschland.

 

Keine Aufträge für regionale Bauwirtschaft!

 

Großaufträge wie der Bau einer Autobahn werden in der Regel an große überregionale Unternehmen vergeben. Kleine und mittlere Unternehmen aus der Region gehen meist leer aus.

 

Wertverlust von Immobilien!

 

Durch die A 14 werden bestehende Wohngebiete unbewohnbar gemacht, Wohnhäuser und Grundstücke verlieren an Wert, werden unverkäuflich und von Banken nicht mehr beliehen.

 

Kein Geld für regionale Infrastruktur!

 

Da alle Finanzmittel in den nächsten Jahren in das Großprojekt A 14 fließen, gibt es für Projekte des öffentlichen Nahverkehrs und nachgeordnete Straßen kein Geld. Sinnvolle Ortsumfahrungen (wie die für Ludwigslust) und die Sanierung vorhandener Straßen bleiben auf der Strecke.

 

 

 

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